2016/08/19

Laue Sommernacht, ein Glas Wein...


Der höchste denkbare Grad der Gleichheit, der Kommunismus’, konstatiert der
Historiker Treitschke, 'ist, weil er die Unterdrückung aller natürlichen Neigungen 
voraussetzt, der höchste denkbare Grad der Knechtschaft.’ In diesem Verdikt kommt 
einen Kontinentale Skepsis zur Sprache, die keinerlei politische Korrektheit 
beanspruchen kann: Gleichheit ist nur ein gewinn, wenn man „von unten nach oben“ 
denkt; umgekehrt betrachtet, bedeutet sie vor allem Verzicht. Jede Gemeinschaft von 
Gleichen setzt ja die Ein- und Unterordnung ihrer Mitglieder voraus. 'Wo die 
Gleichheit unangefochten bleibt’, so George Bernard Shaw, 'da bleibt die 
Unterordnung auch unangefochten.’ Doch ist eine solche Nivellierung, zu der das 
Gleichheitsprinzip an seinem logischen ende führt, im sinne seiner europäischen 
Erfinder?
— aus dem Kapitel “Gleichheit und Elite“; Buch „Werte - Von Plato bis Pop - Alles was uns verbindet“, Peter Prange